Die Turmmühle in Kempen

Im Jahre 1481 erbaut, diente die Turmmühle der sicheren Mehlversorgung im Falle einer Belagerung. 

An der Südwestseite der Stadt entstand in günstiger Windrichtung auf einer dreigeschossigen Unterbastion ein Mühlenturm mit einem Durchmesser von 8,70 Meter. Am 7. Februar 1642 schoss eine hessisch - französische Belagerungsarmee während des "Hessenkrieges" neben der Mühle eine Bresche in die Mauer und eroberte die Stadt. "Hessenwall" und "Hessenring" erinnern heute noch daran. 

Die Turmmühle - leider gerade ohne Flügel / Mai 2017
Die Turmmühle - leider gerade ohne Flügel / Mai 2017

Der Mühlenturm wurde 1659 wieder aufgebaut, 1911 brannte der Oberturm völlig aus und und stürzte 1926 nach einem Erdbeben ein, danach erfolgte eine komplette Restauration. Betrieben wurde sie von dem neuen Müller Winand Bokesteger. Seit 1966 hat die Mühle wieder ihre Flügel. 

 

Erbaut wurde sie, als die Stadtbefestigung längst fertig war und die Mauertürme schon standen. Aber man machte sie gleichzeitig zu einem mächtigen Bollwerk diagonal zur Burg. Die Mauern des Unter­turmes sind fast 5 m dick. Im Hessenkrieg 1642 haben sie der heftigen Beschießung getrotzt, während der schwächere Ober-(Mühlen-)turm zerstört wurde. Schon 1659/60 baute man den Oberturm wieder auf. Er hat dann bis Ende des vorigen Jahrhunderts getreu seinen Mühlendienst versehen. 

Nach dem Erdbeben, am 16. Januar 1926 sah er aus wie eine Zahnruine. Aber man zögerte nicht mit der Wiederherstellung des zu einem Kempener Wahrzeichen gewordenen Turmes mit der letzten Restaurierung 1966.

Der Mühlenturm war übrigens nicht Kempens älteste Mühle. Schon Anfang des 14. Jhs. erhielt die Stadt das Privileg, zwei Rossmühlen einzurichten, die von „Karussell“-­Pfer­den angetrieben wurden. Und vor der Stadt stand, allerdings strategisch ungünstig und stets gefährdet, die hölzerne Bockwindmühle – bis 1866, als sie abbrannte.

 

 

Quelle: Stadt Kempen